Corman, Mascha / Emco

Corman, Mascha / Emco

 

photo: Charlotte Triebus, © Ajazz 2016

Mascha Corman - vocals, Luis Reinhard - trumpet, Jonathan Hofmeister - piano, Florian Herzog - bass, Thomas Sauerborn - drums

EMCO, so nennt sich das Quintett um die gebürtige Düsseldorfer Sängerin und Komponistin Mascha Corman. Corman ist eine Forscherin. Ihr Augenmerk liegt auf der Verbindung von freier Improvisation mit deutscher Lyrik sowie in der Erkundung der Geräuschhaftigkeit der Stimme. Folgerichtig ist der Kern der Musik ein Wechselspiel zwischen Ton und Sprache. Klare Melodien, eingebettet in verspielte Jazzrhythmen, sind die Träger lyrischer Inhalte zwischen Gedichten von Lyrikern wie Else Lasker-Schüler, Erich Mühsam und eigenen Texten. Ergebnis ist eine verzückte Klangwelt.


Album

A5030 :: Corman, Mascha / Emco :: Schwanenkampf (CD, DL)
Schwanenkampf (CD, DL)
Corman, Mascha / Emco

Reviews

"Hast du jemals gedacht, dass Worte Farben haben? Dass der Geruch der Sprachen verschieden ist?
Fragt Mascha Corman auf einem der Stücke ihres aktuellen Projektes „Schwanenkampf“. Mit dieser verspielten Fragestellung bringt die umtriebige, in Köln lebende Sängerin, Komponistin, Lyrikerin ihr künstlerisches Programm auf den Punkt. Zusammen mit ihrer Band lotet sie feine Beziehungen zwischen Worten und Tönen aus, bzw. demonstriert, wie sehr Lyrik und Jazz doch in ihrer künstlerischen Freiheit wesensverwandt sind, wenn man diese nur ernst zu nehmen weiß. Und das tun Mascha Corman (Stimme), Luis Reichard (Trompete), Jonathan Hofmeister (Klavier), Florian Herzog (Bass) und Thomas Sauerborn (Schlagzeug) erfrischend facettenreich und stilsicher zugleich. Der Schatz der Weltliteratur ist reich – ebenso die Ideenwelt von Mascha Corman, die über so viel Inneres und Inniges so empfindsam zu dichten weiß. Es geht um Liebe und Glück, aber auch um Berührtsein durch eine Außenwelt, in der noch Schönes existieren darf. Das hat schon viel mit moderner Romantik zu tun. Auch passt ein Shakespeare-Text in diesen niveauvollen Mix, und im nächsten Moment spannt sich der Bogen weiter zum titelgebenden sprach-dadaistischen Kleinod „Schwanenkampf“ aus der Feder des empfindsamen Anarchisten Erich Mühsam. Auch er wurde von den Nazis ermordetet, weil diese den freien Geist fürchteten. Auf „Schwanenkampf“ lebt dieser umso freier, ebenso wie eine im besten Sinne „angewandte“ Jazzkultur durch die hier beredet aufspielenden Musiker. Mascha Cormans samtweiche Stimme pendelt dabei zwischen spoken Words und einem Jazzgesang, der nie zu dick aufträgt. So kann alles eins werden: Worte, Sätze, Metaphern, Gefühle, Melodien. Und eben auch Farben und Gerüche."
Stefan Pieper / Jazzthetik